„Flüchtlinge gemeinsam willkommen heißen“

Im Rahmen des Projektes „Flüchtlinge gemeinsam willkommen heißen“ fanden bisher ganztägige Wochenendworkshops in Sebnitz, Stolpen und Bärenstein sowie eine Abendveranstaltung in Bad Gottleuba statt. In den Workshops wurde Wissen zu den Themen Flucht und Asyl vermittelt, das Konzept des Landkreises vorgestellt und gemeinsam mit den Teilnehmer_innen Handlungsmöglichkeiten erarbeitet. Dabei ging es immer auch um Chancen und Grenzen ehrenamtlichen Engagements, um die Überforderung von Ehrenamtlichen zu vermeiden.

Jeder Workshop endete mit konkreten Verabredungen, in welcher Weise sich der/die Einzelne engagieren möchte und wo dieses Engagement angebunden werden kann. Auf diese Weise wurde der Grundstein für die Entstehung von Willkommensbündnissen in Altenberg, Bad Gottleuba-Berggießhübel, Sebnitz und Stolpen gelegt.

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Fremde in Freital – Zwangsarbeit im Nationalsozialismus

Fremde

Die Stadt Freital war während des gesamten Verlaufs des Zweiten Weltkrieges eines der wichtigen Orte für die Rüstungswirtschaft im Dritten Reich. Ab 1945 wurden in Betrieben der Stadt ausländische Arbeitskräfte eingesetzt – der Großteil waren die Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene aus Osteuropa – die bis zuletzt im Arbeitseinsatz waren. Am Kriegsende bildeten die Ausländer durchschnittlich über 50 % der Arbeitskräfte in vielen freitaler Betrieben. Diese Menschen mussten unter den härtesten Bedingungen ihre Arbeit ausführen – viele von ihnen waren junge Frauen. Der Arbeitsalltag war hart, die Unterkünfte und die Verpflegung miserabel, die Freizeit streng geregelt, Kontakte mit Deutschen untersagt. Für das Vergehen konnten die Zwangsarbeiter mit der Abschiebung in die KZ oder mit der Todesstrafe rechnen.

Doch auch nach dem Kriegsende war das Leiden dieser Menschen nicht beendet. Vor allem viele Sowjetbürger wurden im Verrat und in der Kollaboration mit dem NS-Regime verdächtigt. Ihr Schicksal war es weitere Jahre nach dem Krieg in den sowjetischen Zwangsarbeitslagern arbeiten. Selbst danach waren sie jahrzehntelang in ihren Rechten eingeschränkt.

Der Verein „Das Zusammenleben e.V.“ hat 2014 ein Projekt „Damals bei uns – Zwangsarbeit im Nationalsozialismus“ durchgeführt und zahlreiche Recherchen über den Alltag der Häftlinge und über einzelne Schicksale veranlasst. Im März 2015 hat der Verein ein Folgeprojekt unter dem Namen „Fremde in Freital – Zwangsarbeit im Nationalsozialismus“ begonnen, mit dem längerfristigen Ziel eine Ausstellung zu dem Thema vorzubereiten.
 

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